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Website-Relaunch Checkliste 2026: In 12 Schritten zum erfolgreichen Relaunch

Von Christopher Schütz · Juni 2026 · 12 Min. Lesezeit
Ein Website-Relaunch ist mehr als ein neues Design — er ist ein Eingriff ins technische Fundament, die Informationsarchitektur und oft in alle Inhalte zugleich. Genau darin liegt die Chance und das Risiko. Fehlen 301-Redirects, werden SEO-Daten nicht übernommen oder ändert sich die URL-Struktur ohne Absicherung, können Rankings verschwinden, die über Jahre aufgebaut wurden. Diese Checkliste fasst die 12 wichtigsten Schritte eines Website-Relaunchs zusammen — strukturiert nach Phase, priorisiert nach Wirkung, geschrieben für KMU-Entscheider, die den Relaunch intern steuern oder mit einer Agentur begleiten. **Was ist ein Website-Relaunch?** Ein Relaunch bezeichnet den grundlegenden Neuaufbau einer bestehenden Website. Im Unterschied zu einem Redesign (nur visuell) oder einem Update (einzelne Seiten) betrifft ein vollständiger Relaunch mindestens zwei der drei Ebenen: Technik, Inhalt oder URL-Struktur. Erst ab diesem Tiefgang greifen die Risiken — und damit auch die Schritte dieser Checkliste.

Schritt 1 & 2: Ziele definieren und Ist-Zustand sichern

Bevor eine einzige Zeile Code geschrieben wird, braucht jeder Website-Relaunch ein klares Warum und eine lückenlose Dokumentation des Status quo.

**Ziele und KPIs festlegen:** Typische Auslöser für einen Relaunch sind veraltetes Design, schlechte Core Web Vitals, mangelnde Mobiloptimierung oder eine unbefriedigende Conversion-Rate. Entscheidend ist nicht der Auslöser, sondern das messbare Ziel dahinter:

- Ladezeit: Zielwert für Largest Contentful Paint (LCP) festlegen — Google empfiehlt unter 2,5 Sekunden - Conversion: Aktuelle Anfragen-Rate als Benchmark notieren, realistischen Zielwert definieren - SEO: Welche Keyword-Positionen müssen gehalten werden, welche sollen ausgebaut werden? - Mobile: Absprungrate auf Smartphones als Ausgangspunkt dokumentieren

Ohne definierte KPIs wissen Sie nach dem Go-Live nicht, ob der Relaunch ein Erfolg war — und können im Zweifel keinen Schaden beziffern.

**Bestandsaufnahme — Ihre Versicherung:** Exportieren Sie vor jeder Änderung:

- Besucher, Absprungrate und Conversions der letzten 12 Monate aus Google Analytics - Keyword-Rankings und Klickdaten aus der Google Search Console - Die zehn URLs mit dem höchsten organischen Traffic — diese Seiten dürfen beim Relaunch nicht verloren gehen - Das vollständige Backlink-Profil (Search Console oder Ahrefs) — externe Links auf nicht mehr existierende Seiten sind direkte Ranking-Killer - Ein vollständiges technisches Backup: Dateisystem, Datenbank, E-Mail-Konfiguration

Schritt 3 & 4: URL-Inventur und neue Informationsarchitektur

**Vollständige URL-Inventur:** Crawlen Sie Ihre bestehende Website mit einem Tool wie Screaming Frog SEO Spider oder SiteBulb — oder nutzen Sie Ihre XML-Sitemap als Ausgangspunkt. Das Ziel ist eine vollständige Liste aller aktuell indexierten URLs, inklusive Seiten, die Sie selbst möglicherweise vergessen haben.

Notieren Sie zu jeder URL: - Monatlichen organischen Traffic (Google Analytics) - Anzahl eingehender Backlinks (Search Console oder Ahrefs) - HTTP-Status (200, 301, 404) — bereinigen Sie Altlasten bereits in diesem Schritt - Primäres Keyword und aktuelle Ranking-Position

Dieses Inventar ist die Grundlage für das Redirect-Konzept in Schritt 6. Wer es überspringt, tappt bei den Weiterleitungen im Dunkeln.

**Neue Informationsarchitektur:** Ein Relaunch ist der richtige Moment, die Seitenstruktur grundlegend zu überdenken. Welche Seiten bleiben, welche werden zusammengelegt, welche entfallen?

- Seiten mit wenig Traffic und dünnem Inhalt können zusammengelegt werden — aber erst nach Prüfung der eingehenden Backlinks - Erstellen Sie die neue Struktur als Baumdiagramm und testen Sie die Navigation mit echten Nutzern (Kollegen, Bestandskunden) - Planen Sie Lückenseiten ein: Themen, zu denen Sie noch keine Seite haben, aber organisch gefunden werden möchten - Entscheiden Sie frühzeitig, welche Seiten zum Go-Live fertig sein müssen und welche nachgezogen werden

Schritt 5 & 6: SEO-Migration und 301-Redirect-Konzept

Dies sind die beiden kritischsten Schritte des gesamten Website-Relaunchs — und die, die unter Zeitdruck am häufigsten vernachlässigt werden.

**SEO-Daten aktiv übernehmen:** SEO-Daten sterben nicht mit dem alten Design — aber nur, wenn Sie sie bewusst mitnehmen. Erstellen Sie für jede Seite des neuen Auftritts eine Mapping-Tabelle:

| Alte URL | Neue URL | Title alt | Title neu | |---|---|---|---| | /leistungen | /leistungen/ | Unsere Leistungen | Webdesign & SEO für KMU |

Achten Sie auf: - **Title-Tag:** 50–65 Zeichen, primäres Keyword vorne — das wichtigste On-Page-Signal - **Meta-Description:** Kein direkter Rankingfaktor, aber entscheidend für die Klickrate im Suchergebnis - **H1:** Exakt eine pro Seite, Haupt-Keyword natürlich eingebettet - **Strukturierte Daten:** Schema.org-Markup (LocalBusiness, Article, FAQ) beibehalten oder ausbauen - **Keyword-Mapping:** Jede Seite bekommt exakt ein primäres Keyword — zwei Seiten für dasselbe Keyword erzeugen Kannibalisierung

Das Erstellen dieser Tabelle klingt aufwendig, spart aber Wochen an Nacharbeit nach dem Go-Live.

**301-Redirect-Konzept — der häufigste Fehler:** Ein 301-Redirect signalisiert Suchmaschinen: „Diese Seite ist dauerhaft umgezogen — übertrage alle Ranking-Signale auf die neue URL." Jede URL, die sich beim Relaunch ändert, braucht genau einen solchen Redirect.

Praxis-Regeln: - Keine Redirect-Ketten (A → B → C): Jede zusätzliche Weiterleitung kostet Crawl-Budget und verwässert Link-Equity - Alle URLs aus dem Inventar brauchen entweder eine Ziel-URL, eine Zusammenführung oder eine explizite 410-Antwort (gelöscht) - Nie pauschal alle alten URLs auf die Startseite weiterleiten — Google wertet das als „Soft 404" und ignoriert die Weiterleitungen - Jeden Redirect vor dem Go-Live mit einem HTTP-Header-Checker testen

Aus unserer [SEO-Beratung](/leistungen/seo): Das Redirect-Konzept ist der Schritt, der unter Projektzeitdruck zuerst wegfällt — und der teuerste Fehler, den ein Relaunch haben kann.

Schritt 7 & 8: Technische Umsetzung und Performance

**Core Web Vitals als Entwicklungsziel:** Seit dem Google Page Experience Update fließen die Core Web Vitals als Rankingfaktor in die Bewertung ein. Die drei relevanten Metriken und ihre Schwellwerte laut Google:

- **LCP (Largest Contentful Paint):** Ladezeit des größten sichtbaren Elements — Ziel: unter 2,5 Sekunden - **INP (Interaction to Next Paint):** Reaktionszeit auf Nutzereingaben — Ziel: unter 200 Millisekunden - **CLS (Cumulative Layout Shift):** Visuelle Stabilität beim Laden — Ziel: unter 0,1

Messen Sie diese Werte mit Google PageSpeed Insights und dem Chrome User Experience Report (CrUX) — nicht nur im Entwickler-Tool, sondern auf echten Geräten im Feldbetrieb. Laborwerte und Feldwerte können erheblich voneinander abweichen.

**Technische Checkliste für die Umsetzung:** - HTTPS auf allen Seiten (HTTP-URLs per 301 auf HTTPS umleiten) - Canonical-Tags korrekt gesetzt, keine ungewollten Duplikate durch URL-Parameter - XML-Sitemap aktuell und in der Search Console eingereicht - robots.txt: Staging-Umgebung gesperrt, Live-Domain freigegeben - Bilder in modernen Formaten (WebP, AVIF), alt-Attribute vollständig gesetzt - Keine Orphan Pages — jede Seite ist intern verlinkt

Schritt 9 & 10: Testing auf der Staging-Umgebung und Go-Live

**Staging-Umgebung — Pflicht, kein Optional:** Nehmen Sie die neue Website erst live, wenn sie vollständig auf einem Testsystem geprüft wurde. Dieses Testsystem muss für Suchmaschinen gesperrt sein (Noindex-Header + robots.txt-Disallow) — sonst indexiert Google Ihre Staging-Inhalte als Duplikat.

Mindest-Testumfang vor jedem Go-Live: - Alle Kontaktformulare: Werden Anfragen korrekt übertragen und per E-Mail zugestellt? - Alle 301-Redirects: Führen sie zum richtigen Ziel, ohne Ketten zu bilden? - Alle wichtigen Seiten mobil: iPhone und Android, verschiedene Viewport-Größen - Conversion-Pfade vollständig durchspielen: Vom ersten Klick bis zur Bestätigungsseite - Cross-Browser: Chrome, Firefox, Safari, Edge

**Go-Live — Timing und Rollback-Plan:** Der Wechsel auf Live ist kein rein technischer Moment. Klären Sie vorher: - Wer ist erreichbar und verantwortlich — Entwickler, Agentur, Domaininhaber? - Was ist der konkrete Rollback-Plan, wenn in der ersten Stunde ein kritischer Fehler auftritt? - Wann genau wird live geschaltet? Empfehlung: Wochentag vormittags — niemals freitags nachmittags

Nach dem Go-Live: Crawlen Sie die neue Live-Domain sofort mit Screaming Frog, um unerwartete 404-Fehler, falsche Redirects oder fehlende Canonicals zu finden, bevor Google es tut.

Schritt 11 & 12: Post-Launch-Monitoring und Nacharbeiten

**Monitoring in den ersten vier Wochen:** Rankings schwanken nach einem Relaunch häufig — das ist normal und kein Alarmsignal, solange sich der Trend stabilisiert. Beobachten Sie täglich:

- **Google Search Console:** Index-Abdeckung, Crawl-Fehler, manuelle Maßnahmen - **Google Analytics:** Organischer Traffic im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (nicht zur Vorwoche) - **Ranking-Tool** (Sistrix, Semrush o. ä.): Positionsveränderungen für Ihre Top-Keywords - **Core Web Vitals:** Entwicklung der Feldwerte im CrUX-Report — Verbesserungen brauchen Wochen, um sichtbar zu werden

Wenn Rankings einbrechen: Prüfen Sie zuerst die Redirect-Kette der betroffenen URLs, dann die Indexierbarkeit der neuen Seiten (Search Console → URL-Prüfung), dann ob Canonical-Tags korrekt gesetzt sind.

**Nacharbeiten und Iteration:** Ein Relaunch-Projekt endet nicht mit dem Go-Live. Planen Sie für die Wochen danach ein: - Inhalte nachziehen, die zum Start noch nicht fertig waren - Interne Verlinkung neuer Seiten ergänzen und prüfen - Schema.org-Markup anhand der neuen Seitenstruktur vervollständigen - Auf Basis der ersten Analytics-Daten A/B-Tests für Conversion-Elemente starten

Häufige Fragen zum Website-Relaunch

**Wie lange dauert ein Website-Relaunch für ein KMU?** Die Projektdauer hängt stark von Umfang und Vorbereitung ab. Ein typischer KMU-Relaunch — inklusive Konzept, [Webdesign](/leistungen/webdesign), Entwicklung und Testing — dauert in der Praxis zwischen acht und sechzehn Wochen. Projekte ohne Konzeptphase benötigen erfahrungsgemäß länger, weil Korrekturen in späteren Phasen aufwendiger sind als in frühen.

**Verliert man durch einen Relaunch automatisch Rankings?** Nein — Ranking-Verluste entstehen fast ausschließlich durch fehlende oder falsche 301-Redirects, nicht durch den Relaunch selbst. Wer das URL-Inventar sauber führt, ein vollständiges Redirect-Konzept umsetzt und alle SEO-Daten überträgt, kann einen Relaunch ohne messbare Ranking-Verluste abschließen.

**Was ist der Unterschied zwischen Relaunch und Redesign?** Ein Redesign betrifft ausschließlich die visuelle Ebene — Layout, Farben, Typografie — ohne URL-Struktur oder technischen Unterbau zu verändern. Ein Relaunch greift tiefer: Er verändert mindestens die Technik oder die Informationsarchitektur und erfordert deshalb das vollständige SEO-Management dieser Checkliste.

**Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Go-Live?** Vermeiden Sie einen Go-Live in umsatzstarken Phasen (Weihnachtsgeschäft, Messezeiten, laufende Kampagnen). Die ruhigere Jahreshälfte bietet mehr Puffer für Nacharbeiten. Und: Niemals freitags — Probleme über das Wochenende lassen sich schwerer und teurer beheben.

**Brauche ich nach dem Relaunch eine neue XML-Sitemap?** Ja, immer. Sobald sich URLs ändern, muss die XML-Sitemap aktualisiert und in der Google Search Console neu eingereicht werden. Google findet neue Seiten zwar auch ohne Sitemap über interne Links, aber eine eingereichte Sitemap beschleunigt die Indexierung deutlich — besonders bei größeren Websites.

**Welche Tools brauche ich für einen Relaunch?** Für die Kernaufgaben reichen vier Werkzeuge: Google Analytics (Traffic-Daten), Google Search Console (Rankings, Indexierung, Crawl-Fehler), Screaming Frog oder SiteBulb (URL-Inventur, Redirect-Prüfung) und Google PageSpeed Insights (Performance). Für das Backlink-Profil empfiehlt sich zusätzlich Ahrefs oder die Search Console Links-Funktion.

Website-Relaunch planen — wir begleiten Sie von Schritt 1 bis Go-Live

Ein Website-Relaunch ist eines der komplexesten Digitalprojekte, die ein KMU umsetzen kann. Die 12 Schritte dieser Checkliste decken die wichtigsten Hebel ab — doch zwischen Checkliste und fehlerfreier Umsetzung liegt viel Erfahrung.

Als Webagentur aus Friesland begleiten wir mittelständische Unternehmen durch den gesamten Relaunch-Prozess: von der strategischen Planung über [Webdesign](/leistungen/webdesign) und technische Umsetzung bis zur [SEO-Migration](/leistungen/seo) und dem Monitoring nach dem Go-Live.

**Was Sie von uns konkret erwarten können:** - Vollständige URL-Inventur und Redirect-Konzept als eigene, dokumentierte Projektphase - SEO-Datentransfer mit Mapping-Tabelle für jede einzelne Seite - Staging-Umgebung mit definiertem Go-Live-Protokoll und Rollback-Plan - Post-Launch-Monitoring über vier Wochen nach dem Start

Starten Sie mit einem kostenlosen Erstgespräch. Wir analysieren Ihre aktuelle Website, identifizieren die größten Risiken und zeigen Ihnen, welche der 12 Schritte in Ihrem Fall Priorität haben — bevor das Projekt beginnt, nicht danach.

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